Abgestorbene Fichten stehen neben neu angepflanzten Laubbäumen in Wuchshüllen auf einer Schadfläche am Thüringer Forstamt Erfurt-Willrode., © Michael Reichel/dpa/Archivbild
  • Nachrichten

Naturschützer wollen naturverträgliche Waldbewirtschaftung

13.05.2024

Der Naturschutzbund (NABU) in Thüringen sieht in einer zu intensiven Waldnutzung neben dem Klimawandel den Hauptgrund für das Waldsterben. Er forderte am Montag in Thüringen die Landesregierung auf, die für den Waldumbau vorgesehenen 176 Millionen Euro nicht nur in die Wiederaufforstung mit Setzlingen zu stecken. «Die künstlichen Aufforstungen werden bei der sich abzeichnenden Klimaentwicklung in Zukunft allenfalls in ausreichend natürlich beschatteten und bewässerten Gebieten eine Überlebenschance haben», erklärte Silvester Tamás vom NABU Thüringen. Es sollte auf eine natürliche Wiederbewaldung gesetzt werden.

Im Freistaat sind nur noch 18 Prozent der Waldbäume gesund - kaum besser sieht es bundesweit aus, wie aus dem neuen Waldzustandsbericht hervorgeht. Thüringen hatte die Analyse bereits Ende 2023 vorgelegt.

Der aktuelle Waldzustandsbericht zeige, dass der Wald an der Belastungsgrenze stehe, auch in Thüringen, so der NABU-Vertreter. Der Wald müsse naturverträglich bewirtschaftet werden - nötig sei eine entsprechende Reform des Bundeswaldgesetzes, so Tamás.

Der forstwirtschaftliche Druck auf geschützte Laub- und Laubmischwaldgebiete, insbesondere auf die nach europäischen Richtlinien geschützten FFH- und auch Naturschutzgebiete, habe in den vergangenen Jahren zugenommen. Wald sei nicht nur ein Holzlieferant, sondern auch Rückzugsgebiet für geschützte und bedrohte Arten. Der NABU verlange ein Kahlschlagverbot, ein Entwässerungsverbot, mehr Schutz für die Waldböden sowie einen zügigen Waldumbau zu Laubmischwäldern.

In Thüringen leiden vor allem die Fichtenbestände unter der Trockenheit. Geschwächte Fichten werden laut Agrarministerium immer häufiger von Borkenkäfern befallen - 87 Prozent der Fichten seien den Käfern bereits zum Opfer gefallen. Bundesweit sind etwa 20 Prozent noch gesund, geht aus dem Bundesbericht hervor.

© dpa-infocom, dpa:240513-99-17832/5

Teilen: